Codewort: Risiko.

Wenn Menschen hören, dass sie ein erhöhtes Risiko haben, reagieren die meisten mit Angst. Das ist menschlich. Aber Risiko bedeutet nicht Schicksal. Es bedeutet: Schau hin. Öfter vielleicht. Früher. Bewusster.
Es gibt Dinge, die das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöhen können – und die du zumindest teilweise beeinflussen kannst. Rauchen. Alkohol. UV-Strahlung. Bewegungsmangel. Bestimmte Virusinfektionen. Keine Garantien in beide Richtungen. Aber Hebel, an denen es sich lohnt zu drehen.

Und dann gibt es Dinge, die einfach da sind. Das Alter. Die Gene. Die Familiengeschichte. Dafür kann niemand etwas. Und trotzdem sind sie wichtig zu kennen – weil sie zeigen, wo es sich lohnt, früher hinzuschauen.

Risikofaktoren machen niemanden schuldig. Sie sind ein Kompass – kein Urteil. Wer raucht, hat keine Krebsstrafe verdient. Wer sich wenig bewegt, ist kein schlechter Mensch. Das Leben ist kompliziert. Stress, Gewohnheiten, Umstände und andere Faktoren.
 Es geht nicht um Schuld. Es geht um Chancen.
Und die Chance ist folgende: Wer seine Risikofaktoren kennt, kann gezielter vorsorgen. Früher zum Arzt. Öfter zur Untersuchung. Mit dem richtigen Blick auf das, was wirklich zählt – die eigene Geschichte, die eigene Gesundheit.

Ein Risikofaktor ist kein Todesurteil. Er ist eine Information. Und Informationen kann man nutzen.

Was du beeinflussen kannst – und was nicht.

Beeinflussbar sind Rauchen, Alkohol, UV-Strahlung & Sonnenschutz, Bewegungsmangel, Ernährung & Körpergewicht, chronischer Stress, bestimmte Virusinfektionen (z. B. HPV – Impfung möglich).
Nicht beeinflussbar sind Alter, genetische Veranlagung, familiäre Vorerkrankungen, Geschlecht, bestimmte Vorerkrankungen.

  • Risikofaktoren kennen – und die beeinflussbaren angehen, einen nach dem anderen
  • Bei bekanntem genetischem Risiko früher und öfter zur Vorsorge
  • Risiko als Information nutzen – nicht als Angstquelle
  • Risikofaktoren ignorieren, weil sie einem unangenehm sind
  • Sich selbst die Schuld geben – Krebs ist keine Strafe
  • Denken, gesundes Leben macht Vorsorge überflüssig

FAQs

Ab wann sollte man mit Vorsorgeuntersuchungen beginnen?

Das hängt davon ab, um welche Vorsorge es geht, wie alt du bist und ob es in deiner Familie bestimmte Krebserkrankungen gibt. Manche Untersuchungen starten schon ab 20, andere erst später. Wichtig ist: Warte nicht erst, bis etwas weh tut.

In Deutschland gibt es gesetzliche Krebsfrüherkennungsangebote unter anderem für Gebärmutterhalskrebs, Brustkrebs, Hautkrebs, Darmkrebs und Prostatakrebs. Der Gemeinsame Bundesausschuss regelt dabei, welche Untersuchungen in welchem Alter vorgesehen sind.

  • Ab 20 Jahren: Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs
  • Ab 30 Jahren: Tastuntersuchung der Brust
  • Ab 35 Jahren: Hautkrebs-Screening
  • Ab 45 Jahren: Prostata-Früherkennung
  • Ab 50 Jahren: Darmkrebs-Früherkennung
  • Ab 50 bis 75 Jahren: Mammographie-Screening zur Brustkrebs-Früherkennung

Bei familiärer Vorbelastung, Beschwerden oder einem unguten Bauchgefühl kann es sinnvoll sein, früher mit Ärztinnen oder Ärzten darüber zu sprechen.

Aber alle diese Gesetze helfen nichts, wenn wir nichts tun.
Manche Vorsorgeuntersuchungen werden auch nicht bezahlt, wenn du das Alter dafür nicht hast oder es keine gesetzliche Regelung gibt.
Wir sagen: Lieber eine Vorsorge selbst bezahlt, als zu spät entdeckt.

Vorsorge ist ein Zeichen dafür, dass du dir selbst wichtig bist.

Welche Warnsignale sollte ich ernst nehmen?

Unklare Schmerzen, ungewöhnliche Veränderungen im Körper, anhaltende Müdigkeit oder Gewichtsverlust sollten ärztlich abgeklärt werden – auch wenn sie harmlos erscheinen.
Lieber einmal mehr zum Arzt.

Kann Sport wirklich vor Krebs schützen?

Regelmäßige Bewegung kann das Risiko für bestimmte Krebsarten senken und stärkt gleichzeitig das allgemeine Wohlbefinden.
Schon moderate Aktivität wie Spazierengehen macht einen großen Unterschied.
In unserer Broschüre "Auf die Plätze. Fertig. Los." gehen wir näher auf das Thema ein.

Welche Rolle spielt Ernährung bei der Krebsprävention?

Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann das Immunsystem stärken.
Stark verarbeitete Lebensmittel und zu viel Zucker sollten möglichst reduziert werden.
Auch hier haben wir separat viele Informationen in unserer Broschüre "Meine Suppe ess´ ich nicht." bereitgestellt.

Wie kann ich mein Krebsrisiko im Alltag senken?

Ein gesunder Lebensstil spielt eine wichtige Rolle: ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, wenig Alkohol, Nichtrauchen und Stressreduktion können das Risiko an Krebs zu erkranken senken.
Es gibt und das ist wichtig: Keine Garantie. Man kann vorbeugen und senken, aber nichts davon ist eine Gewähr.
Wir raten - bei jedem Menschen - zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen.

Warum ist Krebsprävention so wichtig?

Krebsprävention hilft dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen oder sogar zu reduzieren. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können Krankheiten in einem Stadium entdecken, in dem sie oft besser behandelbar sind.