
Ich will nicht so, wie ich wohl will.
Der Kopf sagt Ja – Der Körper sagt nein.
Wenn nichts mehr so geht, wie man es möchte.
Nach Montag kommen Dienstag, Mittwoch, Donnerstag – und all die Tage danach.
Alle sagen: Beweg dich. Mach Sport. Tu dir was Gutes.
Wollen die meisten von uns. Aber es gibt da ja noch deinen Körper, der im Augenblick einfach sagt: Nein.
Wenn Kopf und Körper unterschiedliche Dinge wollen, kann es schnell passieren, dass unsere Stimmung fällt. Wir finden alles ziemlich doof und sind auch schnell reizbar. Wir lernen zu akzeptieren, dass nicht mehr alles so einfach geht. Und genau das ist schwer.
Wenn dein Körper heute Nein sagt, ist das okay.
Wenn er jeden Tag Nein sagt, sollten wir versuchen mal unserem Kopf das Zepter in die Hand zu geben. Manchmal auch einfach sagen: Nur ein bisschen. Dann kommen Kopf und Körper wieder ein Stück mehr in den Einklang. Es muss kein Sportplan sein. Kein Joggen. Kein Druck. Vielleicht sind es 10 Minuten spazieren. Vielleicht nur einmal um den Block. Vielleicht auch nur das Laufen im Haus oder im Garten. Nur runter vom Sofa – wenigstens für einen kurzen Moment. Das zählt. Und manchmal macht genau das den Kopf ein kleines bisschen freier.

- Ist eben nicht wie früher – wir lernen zu akzeptieren. Gib dir und deinem Körper Zeit.
- Zehn Minuten laufen – am besten immer an der frischen Luft – besser als nichts.
- Lieber kleine Routinen einbauen als die großen Pläne, die nur Stress verursachen.

- Nicht einfach liegenbleiben. Mach es einfach Schritt für Schritt. Muss ja nicht joggen sein.
- Fünf Tage nichts gemacht und am sechsten willst du alles rausholen – Achtung: Das funktioniert nicht. Es stresst und kostet viel Kraft. Du holst nicht auf. Das geht nicht. Fang einfach an – mach kleine Schritte und lass Bewegung zur Routine werden.
- Vergleiche dich und deine Krankheit sowie deinen Verlauf nicht mit anderen. Du bist du. Und auch wenn heute nur ein bisschen geht: Ein bisschen ist mehr als nichts.
FAQs
Wie finde ich wieder Vertrauen in meinen Körper?
Nach einer Krebsdiagnose fühlen sich viele Menschen ihrem eigenen Körper gegenüber unsicher oder entfremdet. Das Vertrauen wieder aufzubauen braucht Zeit.
Hilfreich können sein:
- sanfte Bewegung wie Spaziergänge oder Yoga
- Achtsamkeits- oder Atemübungen
- kleine körperliche Ziele setzen
- Geduld und Mitgefühl mit sich selbst
Dein Körper hat viel durchgemacht – und gleichzeitig leistet er jeden Tag unglaublich viel. Schritt für Schritt kann das Vertrauen zurückkehren.
Was hilft gegen das Gefühl der Einsamkeit während der Krankheit?
Zuerst einmal: Wir alle haben uns einsam gefühlt. Und damit ist schon eine Sache klar: Du bist nicht alleine. Wir waren alle jeden Tag zu Hause - allein und es fühlte sich an, als wäre man der einsamste Mensch auf der Welt.
Es ist nur ein Gefühl - ein starkes Gefühl - aber eben nur ein Gefühl - da sind ganz viele denen es auch so geht.
Viele Menschen mit Krebs fühlen sich zeitweise isoliert. Freunde und Familie wissen manchmal nicht, wie sie reagieren sollen. Der Alltag verändert sich. Und plötzlich fühlt sich selbst ein voller Raum leer an.
Für manche ist die Zeit in der Onkologie sogar ein Ort, an dem sie sich weniger allein fühlen – weil dort Menschen sind, die verstehen, ohne dass man erklären muss.
Einige Dinge können dir helfen im Alltag das Gefühl zu lindern:
- Gespräche mit anderen Betroffenen. Nummern austauschen. Auf einen Kaffee treffen, wenn es euch möglich ist.
- Selbsthilfegruppen in deiner Region oder Online-Communities
- Gespräche mit Psychoonkologen oder auch deinen vertrauten Ärzt:innen
- bewusst Kontakt zu Menschen halten, denen man vertraut
Manchmal braucht es nur ein Telefonat am Tag.
Und wenn das alles gerade nicht geht: Dann darf es auch ein Serienmarathon, ein schönes Buch oder einfach eine Decke auf dem Sofa sein.
Gemeinsam statt Einsam.
Angst, dass der Krebs wieder kommt – was nun?
Eine Angst, die du lernst zu akzeptieren. Diese Angst ist nicht dein Feind.
Sie sagt: "Geh regelmäßig zur Kontrolle." "Höre auf deinen Körper" "Lass uns den Körper frühzeitig untersuchen." "Ich bin etwas besonderes, weil ich dir helfen will."
Wir verbinden Angst immer mit etwas schlechtem. Dabei ist Angst ein Zeichen dafür, dass wir auf uns hören.
Die Angst, dass der Krebs wiederkommt, kennen viele Betroffene.
Sie kann laut sein, plötzlich auftauchen und besonders vor Kontrollterminen alles wieder hochholen.
Lass sie zu, aber lass sie niemals die Kontrolle übernehmen.
Viele Betroffene berichten, dass ihnen hilft:
- offen über ihre Gefühle und Ängste zu sprechen
- sich Schritt für Schritt auf die nächsten Behandlungsschritte zu konzentrieren
- Unterstützung durch Familie, Freunde oder Beratungsstellen anzunehmen
Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben.
Mut bedeutet, sie zuzulassen.
Kann ich während der Krebs-Therapie arbeiten?
Das hängt stark von der Art der Therapie, deinem Gesundheitszustand und deiner Arbeit ab. Manche Menschen arbeiten teilweise weiter, andere brauchen eine längere Pause, um sich vollständig auf ihre Behandlung und Erholung zu konzentrieren.
Wichtig ist, auf deinen Körper zu hören.
Krebsbehandlungen können sehr anstrengend sein, und Erholung ist ein wichtiger Teil des Heilungsprozesses.
Sprich mit deinem Arzt und deinem Arbeitgeber über mögliche Lösungen.
Ansätze, die vielleicht zu deinem Leben und deiner Therapie passen:
- reduzierte Arbeitszeit
- flexible Arbeitsmodelle
- eine vorübergehende Auszeit bis zum Abschluss der Therapie (Chemo, Bestrahlung, OP)
- andere, leichte Tätigkeiten im Unternehmen übernehmen, wenn es deine Arbeit und dein Arbeitgeber zulassen
Deine Gesundheit - Du und dein Leben - das hat jetzt Priorität.
Warum trifft Krebs mich?
Diese Frage stellen sich fast alle Betroffenen. Oft sucht man nach einem Grund oder fragt sich, ob man etwas falsch gemacht hat. In den meisten Fällen gibt es jedoch keinen einzelnen Auslöser. Krebs entsteht durch viele Faktoren – genetische Veränderungen, Umweltfaktoren oder einfach Zufall.
Es ist wichtig zu wissen: Du bist nicht schuld an deiner Erkrankung.
Die Energie, die man in Schuldfragen steckt, kann hilfreicher in Heilung, Unterstützung und Selbstfürsorge investiert werden. Dein Weg beginnt jetzt – und du musst ihn nicht allein gehen.
Was bedeutet „cancer HERO“?
Ein cancer HERO ist nicht jemand, der immer stark ist.
Ein cancer HERO ist jemand, der trotz Angst weitergeht, Hoffnung findet und jeden Schritt zählt – egal wie klein er scheint.
Er teilt gemeinsam seine Geschichte - gibt anderen etwas zurück, was er oder sie selbst erfahren hat.
Wahre Helden sind nie alleine.
Wie kann ich jemandem helfen, der Krebs hat?
Wir sagen es ganz ehrlich: Sei einfach da.
Es braucht nicht unbedingt Worte - eine Umarmung - ein Halt geben oft viel mehr.
Mit kleinen Dingen, Großes bewirken:
- Hör einfach zu
- Biete gerne praktische Hilfe im Alltag an
- Zeit gemeinsam verbringen
- Sei einfach da
- Melde dich auch dann, wenn du unsicher bist
- Geh einkaufen, koch etwas oder begleite zu den Terminen
- kleine Aufmerksamkeiten - ein persönliche Karte oder ein Brief - einfach so
Du musst keine Worte finden.
Wo finde ich Unterstützung nach der Krebsdiagnose?
Es gibt viele Anlaufstellen, die dir in dieser schwierigen Zeit Unterstützung bieten. Nutze vor allem auch die regionalen Angebote vor Ort. Hier lernst du Menschen kennen, denen es ähnlich geht. Und gemeinsam ist es im Leben eben ein bisschen leichter.
Es gibt viele Angebote, die du nutzen kannst:
- Krebsberatungsstellen (vor allem regional gibt es viele Angebote)
- psychoonkologische Unterstützung (Frage gerne in deiner Klinik nach Kontakten)
- Selbsthilfegruppen (liegen oft als Flyer in Kliniken aus)
- Online-Communities für Betroffene (Auch online findest du Austausch - Achte dabei aber auf seriöse Quellen und darauf, was dir wirklich guttut.)
Du bist nicht alleine.
Was kann ich selbst tun, um meinen Körper zu unterstützen?
Neben der medizinischen Behandlung und den regelmäßigen Gesprächen mit deinen Ärzt:innen, kannst du mit Ernährung, Bewegung und Ruhe sehr viel erreichen. Denke immer daran: Das muss alles nicht perfekt sein, sondern Schritt für Schritt.
- Ausgewogen essen: nährstoff- und eiweißreich - so, dass dein Körper genug Energie bekommt.
- In Bewegung bleiben: kleine Spaziergänge, sanfte Übungen oder leichte Aktivitäten können helfen – immer angepasst an deine Kraft.
- Auf Ruhe achten: Schlaf, Pausen und Erholung sind wichtige Bestandteile deiner Regeneration.
- Viel trinken: besonders während Therapien oder bei Nebenwirkungen. 2-3 Liter dürfen es gerne sein. Hilft übrigens auch bei Wassereinlagerungen.
- Auf deinen Körper hören: Müdigkeit, Schmerzen oder Veränderungen ernst nehmen.
- Unterstützung annehmen: durch Familie, Freunde, Ärztinnen und Ärzte, Psychoonkologie oder Selbsthilfe.
- Keine radikalen „Krebsdiäten“ machen: Fachleute raten dringend davon ab, weil sie den Körper schwächen können und Krebs nicht durch bestimmte Diäten geheilt wird.
- Bewegung vorher absprechen: Besonders während oder nach der Therapie sollte Sport individuell mit dem Behandlungsteam abgestimmt werden.
Wir sagen: Mach, was dir guttut. Und wenn es Tage gibt, an denen du einfach mal gar nichts machen willst – dann ist das okay.
Bedeutet Krebs automatisch ein Todesurteil?
Nein. Eine Krebsdiagnose macht Angst – aber sie bedeutet nicht automatisch ein Todesurteil.
Dank moderner Medizin, Früherkennung und neuer Therapien können heute viele Krebsarten erfolgreich behandelt oder sogar geheilt werden.
In Deutschland sind wir medizinisch in der Krebsbehandlung sehr gut aufgestellt. Gleichzeitig gibt es bei Vorsorge noch viel Luft nach oben.
Dabei kann Früherkennung Leben retten.
Manchmal ist der erste Schritt einfach, einen Termin zu machen.
- Die Beratung durch medizinisches Fachpersonal ist ein wichtiger Bestandteil des Weges.
- Krebs ist nicht gleich Krebs.
- Jede Diagnose ist individuell.
- Viele Untersuchungen (Biopsie, CT, MRT, Ultraschall etc.) helfen dabei, die Erkrankung genau zu verstehen und einzuordnen.
- Die Beratung durch medizinisches Fachpersonal ist ein wesentlicher Bestandteil deines Weges.
Die Diagnose ist ein Schock - aber sie ist nicht das Ende deiner Geschichte.


