Heute hier, morgen geschützt.

Impfen ist ein Thema, bei dem die Meinungen auseinandergehen. Das wissen wir. Und das ist okay. Jeder Mensch entscheidet für sich – und für seine Kinder. Wir sind nicht hier, um dir zu sagen, was du tun sollst. Wir sind hier, damit du eine informierte Entscheidung treffen kannst. Mit Fakten, ohne Druck.
Was wir sagen können: Es gibt eine Impfung (HPV), die nachweislich vor Krebs schützen kann. Nicht vielleicht. Nicht unter Umständen. Nachweislich. Das ist in der Welt der Krebsprävention etwas Besonderes. Denn so direkt ist der Zusammenhang sonst selten.

Eine Impfung, die Krebs verhindern kann – das gibt es tatsächlich. Und sie heißt HPV-Impfung.
HPV steht für Humane Papillomviren. Fast alle Menschen kommen irgendwann im Leben damit in Kontakt – meistens ohne es zu wissen, meistens ohne Beschwerden. Das Virus überträgt sich durch Hautkontakt, häufig beim Sex. Die meisten Infektionen verschwinden von alleine. Aber manche nicht. Und bestimmte HPV-Typen können über Jahre hinweg Zellveränderungen auslösen, die sich – wenn sie nicht entdeckt werden – zu Krebs entwickeln können.

Gebärmutterhalskrebs ist die bekannteste Krebsart, die durch HPV ausgelöst wird. Aber auch Krebs im Mund-Rachen-Bereich, am After oder an den Genitalien kann durch HPV entstehen. Betroffen können Frauen und Männer sein.
Die HPV-Impfung schützt vor den Virustypen, die am häufigsten Krebs verursachen. Sie wirkt am besten, wenn sie vor dem ersten Kontakt mit dem Virus gegeben wird – deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission sie für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren. Aber auch danach kann sie noch sinnvoll sein. Das Gespräch mit dem Arzt klärt, was im Einzelfall passt.

Impfen ist keine Pflicht. Aber Wissen sollte es sein.

Und nochmal, weil es wichtig ist: Du entscheidest. Niemand hier erhebt den Zeigefinger.
Wir wollen nur, dass diese Entscheidung – für oder gegen die Impfung – auf echten Informationen basiert. Nicht auf Halbwissen. Nicht auf Angst.

Was du über HPV und die Impfung wissen solltest – in drei Punkten.

Was ist HPV?
Häufig. Unsichtbar. Manchmal folgenreich.
HPV ist weit verbreitet – die meisten Menschen tragen das Virus irgendwann in sich, ohne es zu wissen. In der Regel verschwindet es von selbst. Aber bestimmte Typen können Zellveränderungen auslösen, die Jahre später zu Krebs werden können.

Die Impfung
Früh gegeben – am stärksten geschützt.
Die HPV-Impfung schützt vor den gefährlichsten Virustypen. Am wirkungsvollsten ist sie vor dem ersten sexuellen Kontakt – deshalb wird sie für 9- bis 14-Jährige empfohlen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten. Auch später ist sie noch möglich – einfach nachfragen.

Für wen?
Für Mädchen. Für Jungen. Für alle.
HPV betrifft nicht nur Frauen. Auch Männer können erkranken – und das Virus weitergeben. Die Impfung schützt beide. Und wer geimpft ist, schützt damit auch die, die es nicht sein können.

Quellangaben:
Robert Koch-Institut / STIKO: rki.de → Impfempfehlungen → HPV
Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ): krebsinformationsdienst.de → HPV und Krebs

Deine Entscheidung.

Ob du dich oder dein Kind impfen lässt, entscheidest du. Wir sind nicht hier, um das für dich zu tun. Aber wir finden: Eine Entscheidung, die auf echten Informationen basiert, ist immer besser als eine, die aus Unsicherheit oder Halbwissen entsteht. Dein Arzt oder deine Ärztin kann alle offenen Fragen beantworten – ohne Druck, ohne Urteil.

  • Sprich mit einem Arzt oder deiner Ärztin – auch wenn die Kinder schon älter sind
  • Impfpass suchen und schauen, was noch offen ist
  • Entscheidung auf Basis echter Informationen und Wissen durch Ärzt:innen treffen.
  • Das Thema aufschieben, weil es unangenehm ist
  • Entscheidungen auf Basis von Halbwissen oder Social-Media-Posts treffen
  • Denken, es sei zu spät – das stimmt meistens nicht

FAQs

Ab wann sollte man mit Vorsorgeuntersuchungen beginnen?

Das hängt davon ab, um welche Vorsorge es geht, wie alt du bist und ob es in deiner Familie bestimmte Krebserkrankungen gibt. Manche Untersuchungen starten schon ab 20, andere erst später. Wichtig ist: Warte nicht erst, bis etwas weh tut.

In Deutschland gibt es gesetzliche Krebsfrüherkennungsangebote unter anderem für Gebärmutterhalskrebs, Brustkrebs, Hautkrebs, Darmkrebs und Prostatakrebs. Der Gemeinsame Bundesausschuss regelt dabei, welche Untersuchungen in welchem Alter vorgesehen sind.

  • Ab 20 Jahren: Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs
  • Ab 30 Jahren: Tastuntersuchung der Brust
  • Ab 35 Jahren: Hautkrebs-Screening
  • Ab 45 Jahren: Prostata-Früherkennung
  • Ab 50 Jahren: Darmkrebs-Früherkennung
  • Ab 50 bis 75 Jahren: Mammographie-Screening zur Brustkrebs-Früherkennung

Bei familiärer Vorbelastung, Beschwerden oder einem unguten Bauchgefühl kann es sinnvoll sein, früher mit Ärztinnen oder Ärzten darüber zu sprechen.

Aber alle diese Gesetze helfen nichts, wenn wir nichts tun.
Manche Vorsorgeuntersuchungen werden auch nicht bezahlt, wenn du das Alter dafür nicht hast oder es keine gesetzliche Regelung gibt.
Wir sagen: Lieber eine Vorsorge selbst bezahlt, als zu spät entdeckt.

Vorsorge ist ein Zeichen dafür, dass du dir selbst wichtig bist.

Welche Warnsignale sollte ich ernst nehmen?

Unklare Schmerzen, ungewöhnliche Veränderungen im Körper, anhaltende Müdigkeit oder Gewichtsverlust sollten ärztlich abgeklärt werden – auch wenn sie harmlos erscheinen.
Lieber einmal mehr zum Arzt.

Kann Sport wirklich vor Krebs schützen?

Regelmäßige Bewegung kann das Risiko für bestimmte Krebsarten senken und stärkt gleichzeitig das allgemeine Wohlbefinden.
Schon moderate Aktivität wie Spazierengehen macht einen großen Unterschied.
In unserer Broschüre "Auf die Plätze. Fertig. Los." gehen wir näher auf das Thema ein.

Welche Rolle spielt Ernährung bei der Krebsprävention?

Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann das Immunsystem stärken.
Stark verarbeitete Lebensmittel und zu viel Zucker sollten möglichst reduziert werden.
Auch hier haben wir separat viele Informationen in unserer Broschüre "Meine Suppe ess´ ich nicht." bereitgestellt.

Wie kann ich mein Krebsrisiko im Alltag senken?

Ein gesunder Lebensstil spielt eine wichtige Rolle: ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, wenig Alkohol, Nichtrauchen und Stressreduktion können das Risiko an Krebs zu erkranken senken.
Es gibt und das ist wichtig: Keine Garantie. Man kann vorbeugen und senken, aber nichts davon ist eine Gewähr.
Wir raten - bei jedem Menschen - zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen.

Warum ist Krebsprävention so wichtig?

Krebsprävention hilft dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen oder sogar zu reduzieren. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können Krankheiten in einem Stadium entdecken, in dem sie oft besser behandelbar sind.