
Die Bande – Familie & mehr.
Das Leben ist schön, hat aber auch eine Vergangenheit.
Wer offen über Familienerkrankungen spricht, kann seine Liebsten schützen.
In der Vorsorge sind Gespräche über familiäre Vorerkrankungen sehr wichtig. Sie können uns und unsere Kinder schützen. Wer früher Bescheid weiß, kann früher handeln. Nicht aus Angst – sondern aus Verantwortung. Für sich. Und für die, die nach uns kommen.
Viele von uns kennen die Krankengeschichte ihrer Familie nur in Bruchstücken. Die Oma hatte „irgendetwas mit der Brust“. Der Onkel ist früh gegangen, aber niemand hat genau darüber geredet. Das ist in vielen Familien so – Krankheit war lange kein Thema, über das man offen gesprochen hat.
Manchmal ist das Schweigen in einer Familie das, was die nächste Generation am meisten gefährdet.
Dabei kann genau dieses Wissen einen Unterschied machen. Wer weiß, dass bestimmte Krebsarten in der Familie vorkommen, kann mit dem Arzt besprechen, ob frühere oder engmaschigere Vorsorge sinnvoll ist. Das ist kein Grund zur Panik. Es ist eine Chance.
Also: Frag nach. Bei den Eltern. Bei den Großeltern, solange es noch geht. Nicht als großes Drama – sondern ganz beiläufig. Was hat die Familie gehabt? Woran sind Menschen erkrankt? Diese Fragen fühlen sich manchmal seltsam an.
Ein Gespräch beim Arzt über die Familiengeschichte dauert zehn Minuten. Es kann eine der wichtigsten zehn Minuten sein.
Dein Arzt kann einschätzen, ob ein erhöhtes Risiko besteht – und was das konkret bedeutet. Vielleicht nichts Besonderes. Vielleicht eine frühere Darmspiegelung. Vielleicht eine genetische Beratung. Wissen macht nicht krank. Wissen schützt.

- Eltern und Großeltern nach Vorerkrankungen fragen – nachfragen kostet nichts
- Die Familiengeschichte beim nächsten Arzttermin aktiv ansprechen
- Kindern später weitergeben, was man aus der Vorgeschichte kennt – Wissen ist kein Fluch, es ist Schutz

- Das Thema in der Familie meiden, weil es unangenehm ist
- Auf die Standardvorsorge verlassen – früher ist besser
- nach Diagnosen googeln – ein Arztgespräch gibt individuelle Antworten – für dich
FAQs
Ab wann sollte man mit Vorsorgeuntersuchungen beginnen?
Das hängt davon ab, um welche Vorsorge es geht, wie alt du bist und ob es in deiner Familie bestimmte Krebserkrankungen gibt. Manche Untersuchungen starten schon ab 20, andere erst später. Wichtig ist: Warte nicht erst, bis etwas weh tut.
In Deutschland gibt es gesetzliche Krebsfrüherkennungsangebote unter anderem für Gebärmutterhalskrebs, Brustkrebs, Hautkrebs, Darmkrebs und Prostatakrebs. Der Gemeinsame Bundesausschuss regelt dabei, welche Untersuchungen in welchem Alter vorgesehen sind.
- Ab 20 Jahren: Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs
- Ab 30 Jahren: Tastuntersuchung der Brust
- Ab 35 Jahren: Hautkrebs-Screening
- Ab 45 Jahren: Prostata-Früherkennung
- Ab 50 Jahren: Darmkrebs-Früherkennung
- Ab 50 bis 75 Jahren: Mammographie-Screening zur Brustkrebs-Früherkennung
Bei familiärer Vorbelastung, Beschwerden oder einem unguten Bauchgefühl kann es sinnvoll sein, früher mit Ärztinnen oder Ärzten darüber zu sprechen.
Aber alle diese Gesetze helfen nichts, wenn wir nichts tun.
Manche Vorsorgeuntersuchungen werden auch nicht bezahlt, wenn du das Alter dafür nicht hast oder es keine gesetzliche Regelung gibt.
Wir sagen: Lieber eine Vorsorge selbst bezahlt, als zu spät entdeckt.
Vorsorge ist ein Zeichen dafür, dass du dir selbst wichtig bist.
Welche Warnsignale sollte ich ernst nehmen?
Unklare Schmerzen, ungewöhnliche Veränderungen im Körper, anhaltende Müdigkeit oder Gewichtsverlust sollten ärztlich abgeklärt werden – auch wenn sie harmlos erscheinen.
Lieber einmal mehr zum Arzt.
Kann Sport wirklich vor Krebs schützen?
Regelmäßige Bewegung kann das Risiko für bestimmte Krebsarten senken und stärkt gleichzeitig das allgemeine Wohlbefinden.
Schon moderate Aktivität wie Spazierengehen macht einen großen Unterschied.
In unserer Broschüre "Auf die Plätze. Fertig. Los." gehen wir näher auf das Thema ein.
Welche Rolle spielt Ernährung bei der Krebsprävention?
Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann das Immunsystem stärken.
Stark verarbeitete Lebensmittel und zu viel Zucker sollten möglichst reduziert werden.
Auch hier haben wir separat viele Informationen in unserer Broschüre "Meine Suppe ess´ ich nicht." bereitgestellt.
Wie kann ich mein Krebsrisiko im Alltag senken?
Ein gesunder Lebensstil spielt eine wichtige Rolle: ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, wenig Alkohol, Nichtrauchen und Stressreduktion können das Risiko an Krebs zu erkranken senken.
Es gibt und das ist wichtig: Keine Garantie. Man kann vorbeugen und senken, aber nichts davon ist eine Gewähr.
Wir raten - bei jedem Menschen - zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen.
Warum ist Krebsprävention so wichtig?
Krebsprävention hilft dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen oder sogar zu reduzieren. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können Krankheiten in einem Stadium entdecken, in dem sie oft besser behandelbar sind.


